Adapted Memories

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ADAPTED MEMORIES
Die wahren Bilder sind im Kopf

Alltagsfotos sind Erinnerung, Beweisstück und Trophäe, Dokument und Chronik. Gemacht,
um den flüchtigen Augenblick festzuhalten, dem Moment Dauer zu geben. In Zeiten, in
denen diese Art der Fotografie allgegenwärtig und immer verfügbar ist, schlägt Eva Kelety
einen anderen Weg vor: Ihr Fokus liegt nicht auf dem Einfrieren eines bestimmten
Moments, nicht auf dem Konservieren einer Situation für kommende Zeiten. Sie blickt
vielmehr in die entgegengesetzt Richtung – tief in die Vergangenheit.

Ihre Bilder, kahle Räume und brüchige Oberflächen, tragen Spuren von Vergangenem in
sich, erinnern scheinbar an Gewesenes und Vorgefallenes. Die menschenleeren Orte lassen
Vergessenes erahnen, poröse Oberflächen erzählen von der Erosion der Zeit und geben
Blicke auf Darunterliegendes frei. Diese Schichten bleiben uns allerdings genauso
verschleiert wie die tatsächliche Geschichte der sichtbar gemachten Orte. Sie sind nicht
als Dokument fassbar, nicht als Chronik lesbar. Vielmehr lassen sie Raum für Assoziation
und eigene Erinnerung. Es sind Bilder, die den Blick in die Tiefe ziehen, Bilder, die zum
Hineinschauen einladen. Dieser Blick in die Tiefe hinein, in eine unerklärte Vergangenheit,
auf verborgene Schichten spiegelt dabei den Blick in das eigene Innere, auf Erlebtes, auf
Verschüttetes, auf Vergessenes wieder.

Paulus Rainer, Kunsthistorisches Museum

 

Blackish White

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Third Skin

© Eva Kelety

Casas

© Eva Kelety